«Mein Leben hat mir gezeigt: Jedesmal, wenn ich Verantwortung abgebe, mein Fühlen und Wissen nicht ernstnehme, muss ich leiden und werde manipulierbar. Und: Es sind stets die in sich freien Menschen, die mir die Qualität und Kraft der Würde und der Liebe vermitteln.

Zudem wurde mir bei meiner Arbeit mit sogenannt schwierigen Kindern und Jugendlichen die Wirkung der Freiheit vor Augen geführt: nämlich Solidarität und Rücksichtsnahme aus Bedürfnis. Und demgegenüber die Wirkung der Unterdrückung: nämlich Neid, Gier und Rücksichtslosigkeit. Nicht anders erlebe ich es bei meiner Arbeit mit Frauen und Männern. Deshalb bleibt für mich die innere Freiheit das höchste Gut, das es zu bewahren gilt.

Nun ist heute aber bei vielen Menschen der Wunsch nach Freiheit mit einer grossen Angst verbunden. Diese Angst beim Arm nehmen und mit ihr über die Wegkreuzung einer schwierigen Entscheidung gehen, stärkt die eigene Persönlichkeit.

Das ist, was ich bei all meinen Tätigkeiten immer wieder vermitteln möchte. Meine Motivation rührt daher, dass ich vielfach miterleben konnte, dass so viel mehr möglich ist, als wir zu glauben wagen. Dieses Miterleben festigt auch meine Überzeugung, dass allein der freie, eigenverantwortliche Mensch die Kraft besitzt, einen wirkungsvollen Beitrag zu leisten. An sich selbst, an seinem Mitmenschen und an der Welt. Nur der innerlich freie Mensch beginnt zu verstehen, dass Würde, Mitgefühl und Erfolg nie mit Sieg und Unterdrückung einhergehen.»

Darum gibt es Cross-Roads.

«Gelebtes Leben ist ansteckend, ungelebtes auch.»
Evelyne Coën